1. Platz: Carl-von Linné Schule für Körperbehinderte (und Lernbehinderte)

Projekt: Pausenbuddy/Buddy-Konferenz

Im Kern des Projekts steht ein Programm zum sozialen Kompetenztraining, das der Vorbeugung von Gewalt und Sucht dient. Fokussiert wird die Entwicklung personaler und sozialer Handlungskompetenzen. So wird das soziale Miteinander gestärkt und das Klassen- und Schulklima durch mehr Respekt und Wertschätzung untereinander verbessert.

Projektstruktur/Aktivitäten:

Das Prinzip des Buddy-Projekts ist, dass die Schüler/ -innen (SuS) eigenverantwortlich Aufgaben übernehmen und dabei verschiedene soziale Kompetenzen erlernen, ausüben und weiterentwickeln. Das pädagogische Konzept steht auf drei Säulen; Peergroup- Education, Systematischer Ansatz und Lebensweltorientierung.

Als ausgebildete Pausenbuddys sind die SuS für die Streitschlichtung während der Hofpausen zuständig. Bei Streitigkeiten benutzen sie die STOP-Regel und versuchen, den Betroffenen zu helfen. Wenn Streitereien nicht aufhören, holen die SuS Hilfe bei anderen Buddys oder beim pädagogischen Personal. Da die Buddys immer mindestens zu zweit sind, können sie schnell Hilfe holen. Es gilt die no touch-Regel. Ab der Klasse 5, kann sich jeder zum Buddy ausbilden lassen und die Buddyprüfung ablegen.

Der Buddy-Kurs findet für jede Klasse einmal wöchentlich statt. Das Training wird in Kooperation von pädagogischem Personal und Buddy-Trainer/ -innen durchgeführt (BuKo). Die Pausenbuddys haben im Rotationsverfahren tägliche Zusammentreffen, für jede Gruppe gibt es einen Verantwortlichen (Peer). Jährlich finden zwei große Versammlungen statt, bei denen relevante Themen, Schwierigkeiten bei der Durchführung sowie deren Lösung besprochen werden.

Buddy-Konferenz (BuKo): Die BuKo ist eine wöchentliche, von den SuS geleitete Gesprächsrunde. Alle SuS haben die Möglichkeit, sich auszusprechen und ihre Konflikt-Themen anzubringen.

Wirkung des Projektes:

Das Projekt dient der Entwicklung einer sozialen Schulkultur. Schlüsselqualifikationen wie Eigenverantwortlichkeit, Initiative, Selbstständigkeit, Selbstsicherheit und emotionale Stabilität werden gestärkt und soziale Kompetenzen erlernt, die ein ganzes Leben lang wichtig für die gesellschaftliche Teilhabe sind. Diese Kompetenzen umfassen grundlegende Fertigkeiten, die für das Helfen, Begleiten und Beraten erforderlich sind, bereits vorhandene Empathie und Toleranz wird weiterentwickelt.

 

2. Platz: Rothenburg-Grundschule

Projekt: Total normal – inklusive Theaterarbeit an der Rothenburg-Schule

Das Theater-Konzept basiert auf einer hohen quantitativen und qualitativen Beteiligung der Schüler/ -innen (SuS). Es werden reale Konflikte in der Schule aufgegriffen und – von der ersten Aufgabenformulierung, probehandelnden Problemlösungsversuchen bis zur überzeugenden Gestaltung einer produktiven Konfliktlösung, im darstellenden Spiel – in einem offen gestalteten Prozess erarbeitet. Das fördert das sprachliche Vermögen und die Performance aller Beteiligten sowie den Umgang mit unterschiedlichen Problemwahrnehmungen und Differenzen.

Projektstruktur/Aktivitäten:

Jede Klasse hat pro Schuljahr mindestens eine Theaterprojektwoche, die jeweils von der Theaterpädagogin und Klassenlehrerin begleitet wird. Die SuS suchen selbstgewählte Themen aus ihrer Lebenswelt, beispielsweise Konflikte in Schule, Familie und Gesellschaft wie Anders-Sein, Streit, Mobbing, Mädchen sein/Junge sein, Freundschaft, Kinderrechte oder Armut. In Kleingruppen sammeln und diskutieren die SuS Ideen und Erfahrungen zu dem jeweiligen Thema und improvisieren es, bis sie sich eine feste szenische Umsetzung erspielt haben. Auf diese Weise entwickeln sich zu einem Thema unterschiedliche Perspektiven und Szenen “. Die abschließende Aufführung vor Eltern und anderen Klassen ist der Höhepunkt eines von den Kindern gemeinsam erarbeiteten „Produktes“. 2018 wurde nach der beschriebenen Arbeitsweise der Film "Total normal" (Thema: Die Sichtweise von Kindern auf Inklusion) gedreht. Kinder stellten Szenen aus Schule und Gesellschaft im Umgang mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen und mit Andersartigkeit dar und zeigten, welche vielfältigen Herausforderungen die Ausgestaltung von Inklusion in Schule und Gesellschaft mit sich bringt.

Wirkung des Projekts:

Theaterspiel erfordert genaue Beobachtung und Verständnis für die Mitspielenden. Diese Perspektivübernahme wirkt sich positiv auf das Verhalten in Konflikten aus: Die SuS sind im Klassenrat in der Lage Konfliktszenen nachzuspielen und verschiedene Seiten eines Konfliktes zu verstehen. Jeder hat eine Rolle und eine Aufgabe. Diese finden die Kinder jeweils selbstbestimmt und können entsprechend selbstbewusst agieren. Kinder mit besonderen Bedürfnissen profitieren davon besonders, da ihre Fähigkeiten – anders als im überwiegend kognitiv ausgerichteten Unterricht – bei einer Aufführung besonders zum Tragen kommen. Eine Aufführung gelingt als gemeinsames Projekt nur, wenn alle Verantwortung übernehmen – und das stärkt die Klassengemeinschaft.

 

3. Platz: Mahlsdorfer Grundschule

Projekt: Schulmediation nach dem Berliner Konfliktlotsenmodell

Mit einem  Fokus auf dem Erwerb sozialer Kompetenz und dem Erfahren erfolgreicher Streitschlichtung, folgt diese Methodik dem Konzept der Selbstwirksamkeit. Sie fördert die Eigenverantwortung der Schüler/-innen, aktiv einen gewaltfreien Umgang untereinander zu gestalten und motiviert die Älteren, Verantwortung gegenüber den Jüngeren zu übernehmen.

Projektstruktur/Aktivitäten:

Die Pausen-Buddies der 6. Klassen bilden die 5.Klässler/-innen weiter. Diese beiden Altersklassen stellen sich und das Konzept jeweils in allen Klassen vor und bieten sich den jüngeren Kindern als Mediator/-innen an. Pro Jahr werden so um die 150 Mediationen von den älteren Grundschüler/-innen selbst durchgeführt. Die Konfliktlotsen werden regelmäßig in Projektwochen weitergebildet (unter anderem in Team-Building) und legen über das Erlernte eine Prüfung ab.

Inhaltliche Gestaltung der Konfliktlotsenausbildung nach dem Berliner Konfliktlotsenmodell:

  • Gegenseitiges Kennenlernen („Wir-Gefühl“) • Gesprächstechniken • Übungen zur Kooperationsfähigkeit • Selbst- und Fremdwahrnehmung • Konfliktverhalten • Gefühle und Bedürfnisse erkennen und benennen • Wahrnehmungsübungen zur Körpersprache • Regeln des „aktiven“ Zuhörens • Ich-Botschaften formulieren • Regeln des neutralen Eingreifens und der Deeskalation • Entwicklung einer allparteilichen Haltung • Perspektivwechsel trainieren • Mediationsphasen kennen lernen, trainieren und anwenden • Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle als Konfliktlotse/-in und Grenzen der Schülermediation

Durch das Training dieser Methoden und Kompetenzen sind unsere Konfliktlotsen/-innen in der Lage, an einem friedlichen Schulleben mitzuwirken. Darüber hinaus eignen sie sich Strategien an, die ihnen auch persönlich im Umgang mit anderen Menschen hilfreich sein können. Nach dieser Ausbildung legen die Schüler/-innen eine Abschlussprüfung ab. In Klasse 6 werden sie zunehmend in die Praxis eingearbeitet, bis sie selbständig Mediationen durchführen können. Während des gesamten Projekts werden sie von Schulmediatoren/-innen betreut und unterstützt, am Ende der Ausbildung erhalten alle Konfliktlotsen eine Urkunde.

Wirkung des Projekts:

In einer aktuell durchgeführten Evaluation konnten die positiven Entwicklungen an der Schule belegt werden – auch hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit. Kinder, die Schwierigkeiten bei der Konfliktbewältigung haben, wenden sich auch zwischenzeitlich an ihre Mediatoren/-innen, um sich Ratschläge einzuholen oder um einfach mal Jemanden zu haben, der ihnen zuhört. Kinder, die bereits an Mediationen teilgenommen haben, wenden ihre erlernten Fähigkeiten oft in zukünftigen Konfliktsituationen an. Ihr Gegenüber wiederum erfährt so neue Impulse im eigenen Konfliktverhalten.

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