Nach Ausbruch des Ukrainekrieges gründeten Studierende der HTW Berlin (Hochschule für Technik und Wirtschaft) in Kooperation mit der Bürgerstiftung Berlin die Initiative „10 Paar Hände“. Sie organisiert dringend benötigte Unterstützung für Willkommensklassen.

Eigentlich wollte Tanja Schirmacher ihren anstehenden Projekt-Kurs „Sozialunternehmerisches Engagement“ dem wichtigen Thema Lebensmittelverschwendung widmen. Doch als in den Semesterferien der Ukrainekrieg ausbrach, wusste die Dozentin der HTW gleich, dass jetzt akutere Themen anstehen. Auf der Suche nach konkreten Ideen, Ukraine-Flüchtlingen zu helfen, tauschte sie sich mit der Bürgerstiftung Berlin aus, die sie als kompetente Adresse für solche Fragen kannte. Ergebnis: Das Seminar bekam einen neuen Arbeitstitel: „Hilfe für Berliner Schulen, die Willkommensklassen einrichten“.

Zusammen mit neun hoch motivierten Bachelor-Studierenden gründete Tanja Schirmacher zu Semesterbeginn die Initiative „10 Paar Hände“. Es war der Startschuss für einen wahren Kraftakt. Die Gruppe analysierte die Situation und formulierte präzise Fragebögen um den Bedarf der Schulen zu ermitteln. Dann nahm das Projekt-Team - mit technischer Unterstützung der Bürgerstiftung Berlin - Kontakt zu sämtlichen Berliner Grundschulen auf, erfragte deren Interesse an Unterstützung und ihren konkreten Bedarf und ermittelte Ansprechpartner für die Zusammenarbeit. Dank der professionellen Gestaltung hatte die Anfrage des Teams einen erstaunlich hohen Rücklauf. Viele Schulen bedankten sich ausdrücklich, dass man sie in der schwierigen Situation nicht vergisst, sage und schreibe 83 signalisierten dringenden Unterstützungsbedarf.

Nach nur einem Semester erreichte die Projektgruppe ihr Ziel, alle relevanten Daten zu erheben. „Man kann kaum genug betonen, wie sehr uns die perfekte Vorarbeit die Organisation erleichtert“, freut sich Eva Maria Rost. Während die Studierenden noch Daten auswerteten, habe sie sich schon um einzelne Schulen gekümmert, die besonders dringenden Bedarf hatten. Dann widmete sich die Kulturwirtin, die bei der Bürgerstiftung Berlin schon länger in der Sprachförderung engagiert ist, um die Auswahl und Zusammenstellung von hochwertigem Lernmaterial für verschiedene Altersklassen und Anforderungslevel. Auf einer neu eingerichteten Stelle bei der Bürgerstiftung setzt sie die Vorarbeit der Initiative jetzt organisatorisch um. Das ist zwar mit erheblichen Kosten verbunden, „aber den finanziellen Einsatz ist es mehr als wert“, betont Geschäftsführer Steffen Schröder. Eine solche Kooperation von Lehre und Praxis sei für alle Seiten ein wünschenswertes Ideal.

Pünktlich zu Beginn des neuen Schuljahres wird Eva Maria Rost sämtliche Schulen entsprechend ihrem Bedarf mit Lernmaterial und ehrenamtlichen Helfern versorgen. Die Datenlage erlaubt eine passgenaue Vermittlung. „Es gibt vier Pakete zur Auswahl, von denen die Schulen je nach Bedarf zwei bestellen können“, erklärt sie. Um den großen Bedarf der Willkommensklassen an ehrenamtlichen Helfern zu decken, könne sie nicht nur auf den großen Pool der Bürgerstiftung Berlin mit über 500 Helfern zugreifen, sondern auch auf die angeschlossenen Freiwilligenagenturen der Bezirke. „Es gibt viele Berlinerinnen und Berliner die helfen und eine Lernpatenschaft  übernehmen wollen“, weiß sie. Und über verschiedene Kanäle werde man weitere Freiwillige sammeln, die die niedrigschwelligen Angebote von Spielen bis Lesehilfe übernehmen wollen. „Man brauche keine Vorkenntnisse“, wirbt sie.

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