Als im Frühjahr der Virus-Alarm durchs Land gellte, blieben auch die Projektkoffer der „Zauberhaften Physik“ im Schrank. Vorübergehend, wie alle hofften – doch Wochen und Monate vergingen, der Stillstand wurde Normalzustand.

Im Mai begannen die ersten Teams sich ernsthaft zu fragen, wie man das scheinbar Unmögliche möglich machen könnte. „Wir haben es so sehr bedauert, unsere motivierten Schüler im Stich lassen zu müssen, dass wir uns getroffen und gemeinsam beratschlagt haben“, schildert Projektpatin Michaela Engelmann. So habe man als Vertreter einer Risikogruppe gleich üben können, wie Meetings mit Abstandsregeln und Schutzmasken funktionieren.

Herausgekommen ist der mutige Plan, die Projektarbeit an freier Luft und mit zahlreichen Sicherheitsmaßnahmen wie Masken für alle und reichlich Desinfektionsmittel wieder aufzunehmen. In zahlreichen Gesprächen stellte sich heraus, dass viele Schulen überdachte Bereiche haben, sodass selbst Regenwetter kein Problem wird. „Ein Probelauf hat dann so eine tolle Stimmung unter den Schülern und begeisterte Rückmeldungen der Schulleitung gebracht, dass alle Bedenken weggefegt waren“, erinnert Michaela Engelmann. Man habe die Projekte nach Freilufttauglichkeit ausgewählt, zum Teil angepasst und ausreichend mobile Tische gekauft. „Allen Projektpaten macht es riesige Freude – und die Schulen signalisieren steigenden Bedarf.“

Einen etwas anderen Weg geht Ulrich Teidelt. Der ehemalige Physiker, der zwei Teams der Zauberhaften Physik in Lichtenberg leitet, setzt konsequent auf Umstrukturierung der Projektarbeit. Das Experimentieren in Kleingruppen soll beibehalten, aber in eine digitale Lernumgebung eingebettet werden. „Denn zu zeitgemäßen Konzepten gehört auch Digitalisierung“, ist Teidelt überzeugt. Das ehrgeizige Ziel seiner Konzeptarbeit: Eine musterhafte Vorlage für verschiedenste Projekte an Schulen zu schaffen.

Dabei berücksichtigt der Projektleiter auch das Gebot, Klassenräume alle 20 Minuten zu lüften. Da die Maßnahme die Arbeit an den Projekttischen unterbricht und die möglichen Module oft reduziert, verlagert sein Konzept unter anderem Teile der Vor- und Nachbereitung ins Schulnetz. Dort platziert Teidelt übersichtlich relevante Dokumente mit zahlreichen Links, beispielsweise zu physikalischen Experimenten mit Wasser, in denen Aspekte wie Zustandsformen und Phänomene wie Oberflächenspannung erklärt und reich bebildert sind. „So gewinnt man in der Schule Zeit und die Schüler können zu Hause auch mit ihren Eltern auf motivierende Weise weiterarbeiten und Gelerntes vertiefen“, erklärt der Physiker, der auf 50 Jahre Lehrerfahrung zurückblickt. Die Unterbrechungen durch das Lüften des Klassenraums nutzt er außerdem für kleine Bewegungsspiele. „Das mache die Geister wieder frisch für das nächste Modul“.

An den von ihm betreuten Schulen in Lichtenberg jedenfalls bewährt sich das Konzept bereits bestens – seine Teams der Zauberhaften Physik sind wieder voll im Einsatz.

 

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