Unter der Schirmherrschaft und mit einem Grußwort von Sawsan Chebli, Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales in der Berliner Senatskanzlei, vergab die Bürgerstiftung Berlin am 8. September, im Tierpark Berlin erstmals den Schülerpreis für friedensfähige Bildung an Schüler/-innen dreier ausgezeichneter Schulen.

Der „Buddies for Peace“-Preis zeichnete drei Projekte aus, die von Berliner Kindern maßgeblich getragen werden und die das friedliche und gewaltfreie Zusammenleben unterstützen. Das Preisgeld betrug insgesamt 5.000 Euro und der Erstplatzierte erhielt zusätzlich einen Buddy-Bären, welcher in der Preisträgerschule unter Anleitung eines Künstlers oder Kunstpädagogen gestaltet werden wird.

Die Idee wurde von Professor Dr. Klaus Riedel und seiner Frau Lydia Riedel entwickelt und wird durch den gleichnamigen Familienfonds unter dem Dach der Bürgerstiftung Berlin ermöglicht. Damit handelt es sich bei dem Preis um ein zivilgesellschaftliches Engagement eines Ehepaares; durch die Unterstützung von Eva und Klaus Herlitz, den Begründern der Buddy Bär Berlin GmbH, ist es möglich, den Preis jährlich zu vergeben.

Sawsan Chebli betonte in ihrer Rede, dass der Einsatz der Schüler gegen Gewalt auch vorbildhaft für die Politik sei. „Den Initiatoren und Unterstützern des „Buddies for Peace“-Preises danke ich ganz herzlich und wünsche mir, dass die prämierten Schülerprojekte weiterhin lebendig umgesetzt werden und wertvolle Lerneffekte für das friedliche Zusammenleben haben“, sagte Vera Gäde-Butzlaff, die Vorsitzende der Bürgerstiftung Berlin.

Mit dem zu vergebenden Preis möchte die Bürgerstiftung Initiativen anre­gen, unterstützen und würdigen, die dem Erwerb sozialer Kompetenzen für ein kommunikativ-konstruktives Verhalten in Konfliktsituationen besondere Aufmerksamkeit widmen. Ausgezeichnet werden schulische und außerschulische Aktivitäten mit und von Schüler/-innen, die sich in Projekten mit der konfliktträchtigen Lebenswelt auseinandersetzen, Ideen für einen gewaltfreien, respektvollen Umgang mit Konflikten entwickeln und Möglichkeiten einer lösungsorientierten, befriedenden Konfliktbearbeitung beispielhaft aufzeigen.

Dieses Jahr haben gewonnen:

1. Platz: Carl-von-Linné-Schule

Projekt: Pausenbuddy / Buddy-Konferenz

Das Konzept prägt im Bereich des sozialen Lernens die Alltagskultur des Sonderpädagogischen Förderzentrums, indem es zum einen ins System Schule integriert ist und zum anderen personale Kompetenzen der Schüler/-innen fördert. Aktuell sind insgesamt 107 Buddies aktiv eingebunden. Neben der hohen Frequenz der Buddy-Kurse, die für alle 5. und 6. Klassen einmal wöchentlich fest im Stundenplan verankert sind, überzeugte auch das Commitment des Kollegiums, das, laut Bewerbung, mit 13 pädagogischen Unterstützer/-innen Gewaltprä­vention und Konfliktlösungskompetenz als Lehr- und Lernauftrag wahrnimmt.

2. Platz: Rothenburg-Grundschule

Projekt: Total normal – inklusive Theaterarbeit

Das Konzept greift reale Konflikte in der Schule auf und erarbeitet in einem offen gestalteten Prozess zunächst die erste Aufgabenformulierung und anschließend Versuche der Problemlösung bis hin zur überzeugenden Gestaltung einer produktiven Konfliktlösung im darstellenden Spiel. Somit wird nicht nur das sprachliche Vermögen und die Performance geför­dert, sondern auch der Umgang mit unterschiedlichen Problemwahrnehmungen und mit Differenz. In der versuchsweisen Erprobung von Handlungsoptionen im abwägenden prozessbegleitenden Gespräch lässt sich ein Verhaltensmuster erlernen, das als Alternative zu reflexartigen Reaktionen in Konfliktsituationen erfahren werden kann.

3. Platz: Mahlsdorfer Grundschule

Projekt: Schulmediation nach dem Berliner Konfliktlotsenmodell

Das Konzept überzeugte vor allem durch die peer-zentrierte Umsetzung des Konfliktlotsen-Modells. Die Pausen-Buddies der 6. Klassen bilden die 5.Klässler/-innen weiter. Diese beiden Altersklassen stellen sich und das Konzept jeweils in allen Klassen vor und bieten sich als Mediator/-innen den jüngeren Kindern an. Pro Jahr werden so um die 150 Mediationen von den älteren Grundschüler/-innen selbst durchgeführt. Die Konfliktlotsen werden regelmäßig in Projektwochen, auch in Team-Building, weitergebildet und legen eine Prüfung ab. Diese Methodik folgt dem Konzept der Selbstwirksamkeit durch den Erwerb sozialer Kompetenz und Erfahrung erfolgreichen Streitschlichtens und fördert die Eigenverantwortung der Schüler/-innen hinsichtlich einer aktiven Mitgestaltung eines gewaltfreien Umgangs unterei­nander.

Um den Schülerpreis für friedensfähige Bildung können sich alle Schulformen und Jahrgangsstufen in Berlin mit ihren Projekten bewerben. Das heißt: die gesamte Schule, einzelne Jahrgangsstufen oder Klassen, Arbeitsgemeinschaften, Lerngruppen aller Art, aber auch einzelne Schülerinnen und Schüler.

Wer sich um den Schülerpreis Buddies for Peace 2021 bewerben möchte, füllt eine Online-Bewerbung unter https://www.buergerstiftung-berlin.de/foerderungen/buddies-for-peace aus.

Das Bewerbungsformular steht ab dem 1. Oktober 2020 auf dieser Seite zur Verfügung.

Bewerbungszeitraum: vom 1. Februar bis zum 31. März 2021.

 

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